rock-konzertKaum zu glauben, dass die Geburtsstunde der Rockmusik auf den Baumwollfarmen der USA schlug. Die Arbeiterlieder der Afroamerikaner waren Vorstufe zum Blues. Die zunehmende Instrumentalisierung und elektronische Verstärkung waren Grundlage für eine härtere Gangart, die über den Rhythm&Blues (und Anleihen aus der „weißen“ Countrymusik) in den Rock’n’Roll mündete. Viele weiße Musiker öffneten sich dem „schwarzen“ Sound, wenngleich sich die Musik noch mit einem misstrauisch beäugten Schattendasein begnügen musste. Bill Haleys „Rock around the clock“ (1954) gilt als der internationale Durchbruch. Der folgende Boom verhalf aber nicht nur weißen Musikern wie Elvis Presley oder Jerry Lee Lewis zu Weltruhm, auch Afroamerikaner wie Chuck Berry ernteten die Früchte aus der Saat ihrer versklavten Vorfahren.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts kristallisierten sich zwei Richtungen heraus, denen der Rock im weiteren Verlauf seiner Geschichte folgen sollte. Die Beatles bildeten mit gefälligen Harmonien und „bravem“ Outfit einen klaren Gegensatz zum Image der Rolling Stones, die mit aggresiverem Sound und langen Haaren viel mehr dem rebellischen Geist vieler Jugendlicher entsprachen. Diese Zeit schuf auch den Grundstock für viele Vorurteile hinsichtlich einer obszönen und lauten Musik, die viele als entartet ansahen und darum ihre Anhänger als Außenseiter brandmarken wollten. Schlussendlich war gerade diese Intoleranz, deren Massivität sich erst in den 70ern abschwächte, der entscheidende Antrieb für die Unverwüstbarkeit des Rock.

Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre waren der Kreativität so gut wie keine Grenzen mehr gesetzt. Im „braven“ Zweig gediehen Glam Rock (The Slade, Sweet) und Pop, die beide inzwischen breite gesellschaftliche Akzeptanz genossen. Daneben behaupteten sich die nach wie vor provozierende und damit geächtete Bands wie Sexpistols oder Ramones. Dies belegten nicht zuletzt auch die Verkaufszahlen der Schallplatten eindeutig. Viele Bands wie Deep Purple, Led Zeppelin oder Status Quo hielten aber geschickte Balance zwischen beiden Strömungen, was sich in beträchtlichem kommerziellen Erfolg auszahlte. Mit der Entwicklung steigerte sich auch der technische Anspruch, und viele Musiker gelangten aufgrund ihrer innovativen Virtuosität zu internationaler Anerkennung.

Aus dem Hard Rock der Siebziger entstanden über die Achtziger neue Richtungen wie Heavy Metal (Metallica), Pop Metal (Bon Jovi) und New Wave, zudem schwenkte der einst gitarrenbetonte Sound um auf von Keyboard oder Synthesizer dominierte Klänge.

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